Frames of reference

Summertime in Fitou is always exiting, not only because of the fantastic weather and the Mediterranean but also of all the people and friends coming over. It’s an international bunch of people, very diverse and interesting.
So many backgrounds and experiences resulting quite often in inspiring discussions about life, politics, economics, art, sports, eating, etc.

We all have our frames of reference, a certain way how we react to specific stimuli, how we see the world around us, how we define people and the self. Our construction of reality is meant to safeguard our (inner) self.
At times, we clash with other people’s frames of reference and we feel the need to change ours and thus changing our perceptions, affections and actions 😉
But sometimes, we are just happy when found a similar one because its too demanding or too dangerous for our inner stability.

Brooding about this induced me to this painting.



The Nucleus

The command center, where everything else is getting energy and power from.

The kernel of a cell which contains most of the cell’s genetic material.

The central and brightest part of a comet.

The pieces that formed the center of a collection.

The important buildings which are the center of a city.

The center of all: the Nucleus.

Malerei & Gesang

Kunst ist, zumindest fĂŒr mich, Ausdruck von Gedanken, GefĂŒhlen und unbewußter innerpsychischer VorgĂ€nge. Sie ist, in welcher Form auch immer geĂ€ußert, ob gemalt, in Stein gemeißelt oder gesungen, das Resultat der Auseinandersetzung mit sich selbst und der Welt. Sie ist getrieben vom Wunsch, sich selbst (besser) zu erkennen, denn jeder Zuwachs an Selbsterkenntnis geht einher mit der Erweiterung des Bewußtseins und vergrĂ¶ĂŸert die persönliche Freiheit.
Jeder Mensch sucht und findet sich selbst auf ganz unterschiedliche Weise, ĂŒber Religion, Meditation, Introspektion oder eben ĂŒber bildlichen oder verbalen Ausdruck. Das schließt eine gewisse ProfessionalitĂ€t bei der Gestaltung von Werken nicht aus, aber der zugrunde liegende Einfall, die – mehr oder weniger – unbewußt getroffene Wahl der Gestaltungselemente wie beispielsweise Farben, Töne, Instrumente zeigt die “Seele” des KĂŒnstlers. Es ist ein, fĂŒr den KĂŒnstler oft waghalsiges Unterfangen, sich selbst zu zeigen und damit verwundbar zu machen. Aber es bietet eben auch die Chance, in der Begegnung mit Betrachtern und Zuhörern, sich selbst neu zu sehen.
Mit dem Produkt des KĂŒnstlers kann man in Beziehung treten und sich gleichsam damit auseinandersetzen. Man kann etwas schön finden, beruhigend, abstoßend, verstörend, anregend, …und beginnt damit sich selbst zu entdecken. Ent – decken, im Sinne von aufdecken, was im Alltag nur allzuoft verschĂŒttet wird, was wir uns nicht trauen zu zeigen, was wir glauben, wiederfinden was wir mögen, oder auch Erinnerungen, die sehr lang zurĂŒckliegen.

Die Kombination verschiedener kĂŒnstlerischer Ausdrucksformen offeriert dem Betrachter verschiedene methodische ZugĂ€nge zur Kunst und sich selbst. Und so ist die wunderbare Idee entstanden, Malerei mit Musik zu verbinden.
Ich erhielt die sehr schöne Gelegenheit, meine Bilder in einer kleinen Ausstellung im Studio stimmgewandt zu zeigen.

OpernsÀngerin Maria Kier wird zur Eröffnung der Ausstellung zu meinen Bildern singen. Damit bieten wir den Kunstinteressierten und/oder neugierigen Besuchern die Möglichkeit, sich ihren Weg der Erkenntnis selbst auszuwÀhlen: sie können schauen, hören, tanzen, mitsingen oder einfach mit anderen plaudern.

Ich freue mich auf die Ausstellung und hoffe auf viele Anregungen fĂŒr meinen Weg der Selbsterkenntnis 🙂


Wie das Leben so spielt

Irgendwie haben wir alle einen Lebensplan, bewußt oder auch unbewußt. Also so was in der Richtung wie: wenn ich mal groß bin, dann will ich auf gar keinen Fall Dinge tun, die ich nicht mag, dann werde ich reich und berĂŒhmt
 etc.

Auf dem Weg dahin unterwerfen wir uns oft mehr oder weniger freiwillig sogenannten SachzwĂ€ngen, denen wir, so glauben wir, kaum mehr entrinnen können: ich muß erst den Abschluss machen, Geld verdienen, das Haus bezahlen, die Kinder großziehen, 
 – aber dann! Dann gehts los mit dem schönen Leben, dann mache ich das, was ich schon immer machen wollte.

Und zack, kommt etwas dazwischen, was man nicht wirklich beeinflussen kann: eine unheilbare Krankheit, eine, die das Leben zunehmend einschrĂ€nkt bis es viel zu zeitig zu Ende geht. Dann fliegt der ganze schöne Traum auseinander und alles wird nebensĂ€chlich. 

Und was dann? Sich an das Leben klammern? Sich allen erprobten und unerprobten Therapien hingeben in der Hoffnung, dass es vielleicht doch noch Rettung gibt? Wie und mit wem Zeit verbringen? Wie lange braucht man, um sich vom Leben zu verabschieden? Geht das ĂŒberhaupt? 

So einen Prozess beobachte ich gerade in meinem unmittelbaren Freundeskreis und es macht mich sehr traurig. Mein Verstand und mein GefĂŒhl liegen hier nicht auf einer WellenlĂ€nge. Ich fĂŒhle mich hilflos.

10 Tage in SĂŒdvietnam

So langsam fangen wir endlich an zu reisen und diesmal haben wir uns auf den Weg nach Ho Chi Minh City (HCMC) gemacht, denn Isa und Dick sind seit ein paar Monaten in SĂŒdostasien unterwegs und wir wollten uns mit ihnen irgendwo dort fĂŒr ein paar Tage treffen. Jetzt ist Vietnam nicht gerade um die Ecke und fĂŒr so eine kurze Dauer ist die Anreise auch relativ aufwendig (Barcelona-London-Doha-HCMC und zurĂŒck), aber es hat sich fĂŒr mich auf jeden Fall gelohnt. Mein “Inspiration Tank” ist wieder aufgefĂŒllt 🙂

Ich war zuvor noch nie in diesem Teil der Welt und wußte nicht so recht, was mich dort außer hoher Luftfeuchtigkeit und warmen Temperaturen (was ĂŒbrigens sehr angenehm war) erwartet.
Wir sind morgens in HCMC angekommen, mitten im Berufsverkehr und ich habe mich wie in einem großen Ameisenhaufen gefĂŒhlt. UnzĂ€hlige Mopeds, wirklich unzĂ€hlige, sind auf den Straßen (und Fußwegen) in alle Richtungen unterwegs. Wenn man als FußgĂ€nger eine Straße ĂŒberqueren will, muß man einfach loslaufen, die passen schon auf dass sie dich nicht umfahren. Ich habe nicht einen einzigen Unfall gesehen. Begleitet wird das Ganze von einer immensen GerĂ€uschkulisse und Abgaswolke. Ich habe sofort verstanden, warum viele Menschen eine Atemschutzmaske tragen.

Der öffentliche Nahverkehr ist sehr gut organisiert, die Fernbusse super bequem, man reist im liegen.

5G Internet gibts ĂŒberall und entsprechende Services dazu.

Die Luftverschmutzung und den MĂŒll auf den Straßen fand ich ehrlich gesagt unglaublich. Sobald man in eine Wohnung, ein GeschĂ€ft, SuppenkĂŒche oder Restaurant geht, ist alles blitzeblank sauber. Dieser Widerspruch hat mich ziemlich verstört. Das Land hat kaum KapazitĂ€ten um den MĂŒll zu sammeln, zu verarbeiten und zu verbrennen. Aber es gibt einen Plan, allerdings ist derzeit wohl  kein oder zu wenig Geld fĂŒr Investitionen vorhanden um diesen Plan auch zu realisieren.

Das Land versinkt im PlastikmĂŒll! Das ist ein riesiges Problem und hat mich ziemlich wĂŒtend gemacht. Ich meine, es wĂ€re doch relativ einfach, nur noch Elektroroller zuzulassen und PlastiktĂŒten zu verbieten.

HCMC

Die Stadt hat ungefĂ€hr 9 Millionen Einwohner und schĂ€tzungsweise 7 Millionen Mopeds sowie 700.000 Autos sind tĂ€glich in dieser Stadt unterwegs. Ein Moped können sich viele leisten, ein Auto ist etwas fĂŒr Reiche und FunktionĂ€re, sagte uns ein Einheimischer.

Ho Chi Minh City platzt aus allen NĂ€hten. Es entstehen komplett neue Stadtviertel, LĂŒcken werden bebaut und fĂŒr das gesamte Land sind 500 WohnhochhĂ€user Ă  500 Wohnungen bis 2020 geplant zu bauen. Wir haben in einem dieser gerade fertiggestellten HochhĂ€user (50 Etagen!) in einem doch recht luxuriösem Apartment ĂŒbernachtet, mit einem phantastischem Blick ĂŒber die Stadt.

Es macht Spaß einfach so durch die Stadt zu laufen, trotz Umweltverschmutzung.
Im chinesischen Viertel mit seinen kleinen Gassen und den schmalen, hohen HĂ€usern sind noch die EinflĂŒsse der Stadtgestaltung aus der französischen Kolonialzeit sichtbar.

Im 1. Bezirk stehen u.a. Partei-und VerwaltungsgebĂ€ude, schöne PalĂ€ste aus der Kolonialzeit und die wichtigsten Museen der Stadt. Wir haben uns die Ausstellungen und Galerien im Museum fĂŒr Moderne Kunst angeschaut. Dort habe ich auch Lackmalereien gesehen und ein wenig ĂŒber diese Maltechnik herausgefunden. Im Laden der Kunsthochschule hab ich mir dann auch die wichtigsten Materialien und Werkzeuge gekauft damit ich das ausprobieren kann.

Das Kriegsmuseum hat mich sehr beeindruckt. Die Ausstellung zeigt eigentlich nur Fotos, Augenzeugenberichte in Schrift und Video und die von den USA verwendeten Waffen. Ich war oft den TrĂ€nen nahe und manche dieser Bilder und Berichte konnte ich mir nicht anschauen, das war kaum auszuhalten. Ähnliches habe ich bisher nur in Auschwitz gefĂŒhlt.
Ein paar Tage spĂ€ter haben wir uns noch die Tunnel von Cu Chi angeschaut, sind selber hineingekrochen um wenigstens einigermaßen eine Vorstellung davon zu bekommen, was die Vietcong da gebaut haben. Zwar waren sie von der AusrĂŒstung her den Amerikanern weit unterlegen, aber moralisch waren sie ihnen weit ĂŒberlegen.

Can Tho

Wir sind rechtzeitig vor dem Taifun aus HCMC abgereist und haben ein paar Tage im Mekong Delta verbracht. In einer kleinen Pension in Can Tho, der grĂ¶ĂŸten Stadt im Delta haben wir gewohnt und von dort die Gegend erkundet. Mit dem Boot sind wir zum noch immer grĂ¶ĂŸten schwimmenden Markt gefahren. Es gab und gibt viele dieser schwimmenden MĂ€rkte im Delta, wo die heimischen Bauern ihre Erzeugnisse sowohl an Groß-und EinzelhĂ€ndler wie auch Privatleute verkaufen.

So pittoresk das Schauspiel fĂŒr Touristen auch sein mag, die Probleme des Deltas und der Ă€ußerst intensiv betriebenen Landwirtschaft lassen erahnen, was da auf die Bewohner zukommt.

Im Delta werden ĂŒber 50% des Reises und ein Großteil des Obst und GemĂŒses Vietnams produziert. Wetterkatastrophen, sinkender Wasserspiegel durch StaudĂ€mme in China und Kambodscha, Erosion der Ufer und das Eindringen von Salzwasser bedrohen das ökologische wie auch ökonomische Gleichgewicht in dieser Region.  Um Ertragsverluste in der Landwirtschaft und Fischzucht auszugleichen, wird mehr gedĂŒngt und bewĂ€ssert, die Fisch- und Shrimpszucht mit allerlei Chemie gepusht. Viele kleinere KanĂ€le sind schon heute so verschmutzt, dass dort kaum noch Leben ist. Es scheint ein Teufelskreis zu sein, aber ein von Menschen gemachter.

Teilweise ist es schon absurd zu sehen, wie die Menschen dort mit der Natur, ihrer unmittelbaren Lebensgrundlage umgehen. Der BootsfĂŒhrer muß alle 20 Minuten anhalten um die Motorschraube vom PlastikmĂŒll zu befreien, nur um selbigen wieder ins Wasser zu werfen. Gleichzeitig preist er die Natur und Pflanzenvielfalt und bedauert, dass es kaum noch Flusspferde und Krokodile gibt.

Am nĂ€chsten Tag haben wir uns Roller ausgeliehen und sind in ein paar Dörfer nördlich von Can Tho gefahren. Wir waren auf der Suche nach zwei sogenannten Craft Villages, Dörfern in denen die berĂŒhmten KegelhĂŒte (Non La) und Reispapier hergestellt werden. Die Hutmacher haben wir nicht gefunden und die Herstellung des Reispapiers haben wir auch nicht wirklich gesehen, dafĂŒr aber gekostet. Als wir nĂ€mlich ein wenig hilflos am Straßenrand standen und Google Maps durchsuchten, hat uns eine Familie zu sich eingeladen. Die war gerade nach einem ĂŒppigen Lunch beim Reiswein (den ich eher als Schnaps bezeichnen wĂŒrde) angelangt und entsprechend fröhlich. NatĂŒrlich mußten wir mit ihnen anstoßen und die Frau des Hauses hat uns leckere Bananenreisfladen serviert. Der Mann hat die Schönheit seiner Tochter gepriesen und war sichtlich angetan von Dick. Nach einer Weile hatten wir den Eindruck, dass er ihm seine Tochter offerierte.
Es scheint ein durchaus gĂ€ngiges GeschĂ€ftsmodell zu sein 😉
Dieser Eindruck hat sich noch verstĂ€rkt, als wir eines Abends durch das Backpackerviertel gelaufen sind und ĂŒberall sehr schöne, leicht bekleidete Frauen nach westlichen MĂ€nnern Ausschau hielten. Ich weiß, das dass eine euphemistische Beschreibung ist fĂŒr das was da wirklich geschieht.

Fazit

Vietnam boomt, unter kommunistischer FĂŒhrung entwickelt sich ein entfesselter Kapitalismus mit all seinen Vor- und Nachteilen. NatĂŒrlich ist es ein Vorteil, wenn mehr Menschen in einigermaßen guten HĂ€usern leben, wenn sie mehr Geld verdienen, wenn sie sich den Luxus eines Motorrollers, Mobiltelefone leisten können und so mobil werden, am Leben teilnehmen können. Das, was hier Luxus ist, ist fĂŒr uns aus der reichen westlichen Welt selbstverstĂ€ndlich.

Aber auch wenn sich fĂŒr die Masse das Lebensniveau erhöht, die Kluft zwischen arm und reich wĂ€chst atemberaubend schnell und ist so unglaublich groß, dass ich mich frage, wie lange so etwas gut geht, wie lange bleiben die Menschen noch freundlich und offen und unterstĂŒtzen sich gegenseitig, wann kippt das, wann werden sie gierig und egoistisch, wo ist die Grenze zwischen genug und Überfluss?

Aber, ich will da auf jeden Fall wieder hin…

 

Familienstammbaum

Seit ich vor einem halben Jahr beschlossen hatte, die Geschichte unserer Familie aufzuschreiben, war mir nicht klar, wie aufwendig das sein wĂŒrde.
Ich habe mittlerweile so viele Geschichten und von Familienmitgliedern gehört, die ich vorher noch nicht kannte, aber auch viele meiner Erinnerungen sind wieder wach geworden. Da geistert eine Menge in meinem Kopf herum und es ist richtig Arbeit, das alles zu ordnen.

Ich habe also angefangen, die Familienmitglieder zu sortieren, diese zueinander in Relation zusetzen, also einen Familienstammbaum zu schreiben und bin dabei recht schnell an die Grenzen der verstĂ€ndlichen Darstellung gekommen. Auf der Suche nach Web Applikationen bin ich recht schnell auf das Universum der Genealogie gestoßen, und da tun sich schon Dinge auf, die ich gar nicht nĂ€her kommentieren möchte. Nur soviel: alles, was einigermaßen gut funktioniert, kostet Geld. Aber mein persönlicher Open Source Spezialist ist bei webtrees fĂŒndig geworden. Das Programm ist zwar nicht so sophisticated, aber einfach zu benutzen und tut, was es soll.

Na ja, das ist der Stammbaum, aber die mit den einzelnen Personen verbundenen Geschichten sind die andere Seite meines Projekts. Da werde ich bestimmt noch viel Zeit mit verbringen.
Besonders, wenn man die Geschichten in einen historischen Zusammenhang einordnet und darĂŒber recherchiert, werden sie immer interessanter und immer mehr Fragen tauchen auf.

Du UrsprĂŒnge unserer Familie lassen sich sieben Generationen zurĂŒck verfolgen, also bis ungefĂ€hr bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Ich stamme ĂŒbrigens aus einer Familie von Bauern, Handwerkern und Hausfrauen ab 😉 Der erste, der einen höher qualifizierten Beruf ausĂŒbte war mein Großvater. Er war Druckermeister.

Erstaunt hat mich, wieviel ich selbst vergessen hatte und auch, woran sich die Menschen meiner großen Familie erinnern. Auch fand ich es unglaublich, wie sie doch alle mehr oder weniger immer Kontakt zu einander hielten, trotz der mit den beiden Weltkriegen verbundenen Katastrophen.

Wir brauchen ein neues Auto

Unser Renault Kangoo ist in die Jahre gekommen (9!) und hat viele Kilometer auf dem Tacho (230 000). Wir haben kaum bemerkt, wie lange wir ihn schon besitzen. Na ja, wenn ich mich auf den Straßen so umschau, dann sieht er ein wenig aus der Zeit gefallen aus. Das Design ist eher gestrig, die Sitze sind jetzt nicht so bequem, dass man damit um die Welt fahren mag. Aber er hat viel Platz und verbraucht relativ wenig (so 5-6 Liter Diesel auf 100km/h). Er hat uns immer ĂŒberall hingebracht, alles transportiert und gezogen was wir so in unseren Bau geschleppt haben. Wir haben sogar einige Male darin geschlafen als nix anderes möglich war. Niemals hatten wir ein Problem mit ihm. Continue reading “Wir brauchen ein neues Auto”

Es geht auch anders

Völlig utopisch heißt das Buch, welches ich in den letzten Tagen gelesen habe. Es ist eine Sammlung von utopischen LebensentwĂŒrfen aus 17 LĂ€ndern, aufgeschrieben von Korrespondenten des Netzwerks Weltreporter. 

Der Duden bezeichnet eine Utopie als einen als undurchfĂŒhrbar erscheinenden Plan, als Idee ohne reale Grundlage.
Nachdem ich diese Geschichten gelesen hab, erscheinen sie mir nicht wirklich als utopisch, sie sind vielmehr ein Versuch, ein selbstbestimmtes Leben, fernab vom Mainstream zu fĂŒhren. 

Ob initiiert von Einzelnen oder Gruppen, alle diese Menschen haben sich entschieden utopisch anmutende LebensentwĂŒrfe zu realisieren um ein Leben nach eigenen Regeln zu fĂŒhren. So verschieden die soziale Herkunft auch sein mag, allen geht es um ein Leben in WĂŒrde, um soziale Gerechtigkeit und ökologische IntegritĂ€t. Es sind Geschichten von Menschen die in gnadenlos geldgierigen Gesellschaften gescheitert sind, die um ihr Überleben und ihre UnabhĂ€ngigkeit kĂ€mpfen, von Menschen auf der Sinnsuche abseits des auf stetigen Wachstum basierenden Wirtschaftssystems.  

Mit diesen relativ kleinen, begrenzten Aktionen stellen sie bestehende VerhĂ€ltnisse in Frage, wenn nicht gar auf den Kopf. Das ersinnen und leben von Alternativen, abseits von Ideologien ist in der Summe natĂŒrlich gefĂ€hrlich fĂŒr auf Eigennutz und Kontrolle basierenden Gesellschaften und so ist es nicht verwunderlich, solche Visionen als naiv, utopisch und nicht realisierbar abzustempeln und zu verleumden.

Mich haben diese Geschichten sehr berĂŒhrt. Mit den Worten “es geht auch anders” und “willst du so sein wie alle?” bin ich aufgewachsen. Ich habe schon frĂŒh gelernt, nicht alles einfach so hinzunehmen sondern immer darĂŒber nachzudenken, welche Motive und Auswirkungen hinter Aussagen und Vorhaben stecken.
Alles in Frage zustellen macht das Leben nicht unbedingt einfacher, aber reicher, entdeckt man doch so viele Alternativen, die es wert sind zu leben 😉

Ein Kessel Buntes

Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen. Entsprechend voll ist es hier auch momentan und eigentlich, wollten/sollten auch wir einfach nur Urlaub machen.
Aber wie so oft, haben wir dermaßen viel zu tun, dass wir es nur zwei-dreimal die Woche fĂŒr kurze Zeit an den Strand schaffen.
Ja ja, das liegt an uns selbst und wir könnten das auch selber Ă€ndern, aber irgendwie kriegen wir das im Kopf nicht hin 😉 Noch nicht. Heute Morgen haben wir das Jahr 2024 zum Trödeljahr erklĂ€rt, bis dahin wollen wir alles fertig gebaut haben.

Vergangene Woche hab ich mal wieder gemauert. Die große Trennwand, die verstĂ€rkt werden muß durch eine stabile Steinmauer aus Ziegelsteinen. Jetzt bin ich endlich in der letzten Etage angekommen und muß schĂ€tzungsweise nur noch 300 Steine vermauern. Das ist echt schwere Arbeit, jeder Stein wiegt 8 kg, dazu muß ich noch den Mörtel anrĂŒhren und das Material dahin tragen wo ich es brauche. Am Anfang geht das ja noch, aber so ab der fĂŒnften Reihe muß ich aufs GerĂŒst klettern. Das hĂ€lt zwar fit, aber ist auch ziemlich anstrengend. Ich hoffe, dass ich die Mauer bis Ende nĂ€chster Woche fertig bekomme.

Mauern selber ist jetzt nicht so eine geistige Herausforderung, aber dafĂŒr kann ich dabei so wunderbar nachdenken:

Über das Alter

Mittlerweile brauche ich eine Brille, um mich zu schminken und dabei sehe ich plötzlich all die vielen kleinen Falten in meinem Gesicht und an meinem Körper.
Dabei habe ich doch fast 40 Jahre gebraucht um mein Äußeres zu mögen und jetzt sind die Haare grau und ich hab ĂŒberall Falten. Das sind, zugegebenermaßen relativ geringfĂŒgige Probleme, denn es geht mir gut, ich bin fit, gesund und glĂŒcklich und kann machen was ich will 🙂

Allerdings ĂŒberlege ich mir schon, ob ich in 20 Jahren noch immer so leichtfĂŒĂŸig alle Treppen in unserem Haus hoch und runterkomme oder ob es nicht vielleicht besser wĂ€re, wenn wir uns ein ebenerdiges Haus bauen. So ein richtig modernes, abgedrehtes, gut in die Gegend passendes Haus mit großem Garten direkt vor der TĂŒr wo ich dann bis ins hohe Alter rumwerkeln kann. Aber das braucht mindestens die nĂ€chsten 6-8 Jahre, bis alles so ist, wie wir das haben wollen. 

WĂ€re es dann nicht besser, einfach das Leben in unserem jetzigen, sehr schönen Haus und Garten zu genießen, zu reisen und all die Dinge zu bauen, die ich schon immer mal bauen wollte? Wenn ich (wir) dann tatsĂ€chlich, so ab 80 die Treppe nicht mehr steigen kann, dann können wir die HĂŒtte ja immer noch verkaufen und woanders hinziehen.

Über den Tod

In den letzten Wochen sind ein paar Ă€ltere Leute hier aus Fitou “verschwunden”. Die meisten haben allein gelebt, sind schon sehr alt und zunehmend gebrechlich geworden. Ich konnte sehen, wie es fĂŒr sie immer schwieriger wurde allein zurecht zu kommen. Und irgendwann ging es nicht mehr und sie mußten dann in ein Pflegeheim gehen. Keiner von den alten Leuten wollte jemals in ein solches Heim, aber keiner aus deren Familien ist in der Lage, immer bei ihnen zu sein, so dass die Unterbringung in ein solches Heim unumgĂ€nglich schien. Und da sind sie jetzt und leben, aber eben auch nicht mehr wirklich. 

FĂŒr alle Beteiligten ist das eine schwierige und traurige Situation und jeder sagt, so möchte ich nicht mein Leben beenden. Aber wie dann? Ich meine, man kann ja nicht einfach so beschließen: so, jetzt ist es genug, jetzt will ich sterben und dann ist es vorbei. Ein selbstbestimmter Tod ist gesellschaftlich nicht wirklich akzeptiert, zumindest hier nicht. Das ist ein schwieriges Thema. 

Ich hoffe, dass mir so etwas nicht passiert und ich in der Lage sein werde, mein Lebensende selbst zu bestimmen.

Über Orwellsche Umdeutungen

Mir fĂ€llt auf, dass, wenn ich mit anderen diskutiere, vielen Worten heute eine andere Bedeutung gegeben wird, als frĂŒher (als ich noch jung war). Ein solcher Begriff ist Vertrauen. 

Es gibt eine Menge Leute, die glauben, dass man mit perfekt logischen, technischen AblĂ€ufen alle Risiken ausschalten und somit das Vertrauen der Anwender/Benutzer gewinnen kann. Das meint, man soll technischen AblĂ€ufen, Algorithmen vertrauen. Selbst wenn man alle Parameter gemessen, eingestellt und berechnet hat, bleibt doch immer noch das Risiko, dass etwas unvorhergesehenes, durch menschlichen Einfluß hervorgerufenes, geschieht. 

Vertrauen hat meiner Meinung nach, etwas mit menschlichem Verhalten zu tun und es kann niemals hundertprozentig berechnet werden. Wem ich heute vertraut habe, dem kann ich doch nicht morgen ebenso blindlings vertrauen, sondern muß doch immer wieder meine “Parameter” ĂŒberprĂŒfen und mich neu entscheiden, ob ich vertraue. Das ist doch eigentlich unkalkulierbar, und hĂ€ngt immer vom sozialen Verhalten der beteiligten Personen ab, oder?

Hagen liest gerade das Buch “Vertrauen” von Luhmann und natĂŒrlich diskutieren wir intensiv darĂŒber. Luhmann schreibt, dass Vertrauen letztlich auf TĂ€uschung beruht, denn man kann eben Entscheidungen nicht zu Hundertprozent rational treffen, sondern da gibt es immer einen unkalkulierbaren, schwer zu definierenden Einfluß, der uns letztlich entscheiden lĂ€ĂŸt. Man kann das Intuition nennen, oder das bewußt-unbewußte, was wir irgendwo tief in uns gespeichert haben. Eine TĂ€uschung ist es vielleicht dann, wenn wir nicht das gewĂŒnschte Ergebnis erhalten, unser Vertrauen also nicht gerechtfertigt wurde. Dann mĂŒssen wir uns ent-tĂ€uschen.
Irgendwie ist das Thema noch nicht rund fĂŒr mich, mal sehen, wie es bei Luhmann weiter geht.

Das sind schwere, aber interessante Themen. Ich muß jetzt unbedingt an den Strand und erstmal eine Runde Wellenschlaf machen.