Von Zuwendungen und Erwartungen

Wir alle brauchen Aufmerksamkeit, Zuwendung und Liebe, es ist ein Grundbedürfnis des Menschen. So weit so gut, so einleuchtend. Jedoch ist die Art, wie uns Zuwendung widerfährt entscheidend dafür, wie wir Beziehungen zu anderen Menschen gestalten. Es ist ein hochkomplexes Geflecht von moralischen Verpflichtungen, Bedingungen, Erwartungen und Emotionen. Zuwendung ist für unser Wohlbefinden so notwendig, dass wir sogar negative Zuwendung, wie beispielsweise Schläge, Hohn, Spott und Hass, in Kauf nehmen, als gar keine Zuwendung. Ich will hier einmal versuchen diese Abhängigkeiten ein wenig aufzudröseln. Continue reading “Von Zuwendungen und Erwartungen”

Vom Kampf im Leben und wie man sein soll

Wir alle wachsen auf begleitet von elterlichen Ratschlägen, die die Ängste, Sehnsüchte und Wünsche unserer Eltern ausdrücken, wie wir sein sollen.
Und natürlich unterwerfen wir uns diesen Wünschen, passen uns an, um von unseren Eltern geliebt und anerkannt zu werden. Solche Einschärfungen und Zuschreibungen wirken einschränkend auf das freie Verhalten eines Kindes. Unbewußt entscheiden wir uns also sehr früh in unserem Leben, wie wir sein wollen.
Wir “übersetzen” die elterlichen Einschärfungen und folgen den ihnen innewohnenden Antreibern.
Ein Antreiber, den ich auch heute noch immer beim Abschied von meinem Vater zu hören bekomme, ist: Laß dich nicht unterkriegen! Sei stark, kämpfe dich durch! Continue reading “Vom Kampf im Leben und wie man sein soll”

Hands

Grenzen und Bindungsmuster

Auf dem Weltkongress der Transaktionsanalytiker habe ich an einem Workshop teilgenommen, dessen Titel mich provoziert hat: Grenzen als Kraftquelle.
Grenzen nehme ich überwiegend als etwas war, was mich einschränkt, welche es zu verändern bzw. zu überwinden gilt.
Grenzen sind hier verstanden als innere Grenzen, Einschränkungen, die wir entschieden haben zu akzeptieren in einem frühkindlichen Stadium unserer Entwicklung. Es sind also Grenzen, die wir uns selbst gegeben haben, und die wir pflegen und verstärken, wenn wir nicht in der Lage sind, adäquat auf gegenwärtige Situationen zu reagieren.

Wie kommt es dazu?

Die Theorie über Bindungsmuster von John Bowlby liefert einen interessanten Ansatz dafür, wie frühe Verlust-und Trennungserlebnisse die Entwicklung von kindlichen Verhalten beeinflussen und dies auch noch das Verhalten im erwachsenes Leben bestimmen kann.

Bowlby definierte das Bindungssystem als ein primäres, genetisch verankertes motivationales System dar, welches zwischen der primären Bezugsperson und dem Säugling nach der Geburt aktiviert wird. Es hat überlebenssichernde Funktion.
Bindung entsteht aus der Abhängigkeit des Säuglings zu (in den meisten Fällen) seiner Mutter. Der Säugling sucht Schutz sobald er äußere oder innere Gefahr wahrnimmt, also wenn er Angst hat. Dies kann der Fall sein, wenn er sich von seiner primären Bezugsperson getrennt fühlt, körperliche Schmerzen hat, schlecht träumt oder fremde Personen auftauchen. Der Säugling signalisert der Mutter sein Schutzbedürfnis. Die Art, wie die Mutter drauf reagiert ist entscheidend für die Ausbildung des Bindungsmusters des Kindes.
Befriedigt die Bezugsperson angemessen das Schutzbedürfnis des Kindes, entwickelt sich eine sichere Bindung.
Wird das Bedürfnis des Kindes nur unzureichend und inkonsistent befriedigt, entsteht eine unsichere Bindung.
Das Bindungsmuster bildet sich also als Anpassung an Gefühle, Erwartungen und Verhalten zwischen dem Säugling und seiner primären Bezugsperson.

Im Krabbelalter beginnt das Kind seine Umgebung zu explorieren. Es entfernt sich also von seiner primären Bezugsperson um seine Umgebung zu erkunden und lernt, seine Trennungsangst zu überwinden, wenn es die Beziehung zu seiner Bezugsperson als emotional stabil erfahren hat. Die Bezugsperson setzt dem Kind Grenzen und gesteht ihm so den Freiraum für seine Erkundungen zu. In einer sicheren Bindung kann das Kind von seinen Erkundungen zurück kehren und sich noch immer emotional angenommen fühlen. Auf diese Art entwickelt das Kind ein Sicherheitsgefühl, es lernt mit der eigenen Angst umzugehen und wird selbstsicher (sich seiner selbst sicher).

Dies alles geschieht im ersten Lebensjahr des Kindes. Aber auch als Erwachsene aktivieren wir dieses Bindungsmuster, wenn wir uns in Gefahr fühlen.
Unser frühkindlich entwickeltes Bindungs- und Explorationsmuster liefert die Grundlage dafür, wie wir später in der Lage sind eine stabile, tragfähige Bindung zu anderen Menschen aufzubauen, zu erhalten und zu weiter zu geben.

Das positive daran, es ist veränderbar!
Das schwierige daran, es ein komplizierter, innerer Prozeß bei dem man lernen muß, seine inneren Grenzen zu erkennen, anzuerkennen und zu überwinden. Dieser Prozeß geht meist mit Abwehr einher und diese hat viele Gesichter:

Verdrängung – als Schutz vor einem als bedrohlich empfundenen äußeren Einfluß

Regression – unbewußter Rückzug auf ein frühkindliches Verhalten

Verleugnung – die Realität wird nicht in Gänze wahrgenommen

Vermeidung – Schlüsselreize werden vermieden

Projektion – ein Ereignis wird anderen Personen zugeschrieben

Rationalisierung – Affekte werden nicht ernst oder wahrgenommen

Somatisierung – die Nichtwahrnehmung eines Problems zeigt sich körperlichen Beschwerden

Idealisierung – Sichtweisen werden unbewußt überhöht oder abgewertet

Autoagression – Aggression gegen die eigene Person

All diese Mechanismen dienen letztlich dem Schutz vor einem bedrohlichen Ereignis, aber sie verhindern gleichzeitig eine positive Veränderung.
Solange man sich dieser Mechanismen bedient, braucht man sie noch. Sie schützen vor Überforderung, Angst (vor Veränderung), Verunsicherung, …
Werden sie weggenommen, verstärken sich diese Abwehrmechanismen.

Die Lösung liegt darin zu verstehen, warum wir uns dieser Abwehrmechanismen bedienen um in der Lage zu sein, mit Distanz, sozusagen von einer Metaebene aus, auf unser Verhalten, Denken und Fühlen zu schauen und zu überprüfen, inwieweit es situationsbezogen ist, also im Hier und Heute stattfindet, oder ob da ein alter, angelernter Prozeß aus unserer frühen Kindheit von uns stattfindet.
Mit diesem Prozeß kann eine Grenze zur Kraftquelle werden.

Old Young Woman

Die Schönheit des Alterns

Wer heute als schön gilt wird morgen kaum noch zum Putzen bestellt. (Karl Lagerfeld)

Ich war auf der Weltkonferenz der Transaktionsanalytiker und der letzte Workshop, den ich dort besucht habe hatte den Titel

The beauty of aging – between experiencing one’s limits and developing self-acceptance. (Die Schönheit des Alterns – eigene Grenzen erfahren und Selbstakzeptanz entwickeln).

Mittlerweile sind auch bei mir deutliche Zeichen des Alterns sichtbar und nicht immer bin ich mit dem glücklich, was ich aus Altersgründen an mir wahrnehme. Also dachte ich mir, dieser Workshop kann mir helfen diesen, meinen Alterungsprozeß zu akzeptieren.
Es ist sicherlich nicht überraschend für den Leser, dass der Raum rammelvoll mit Frauen meines Alters war, aber auch ein Mann (schon ziemlich älter), war dabei.

Bereits die Auftaktübung bestätigte meine Vermutung, dass nicht nur ich Schwierigkeiten mit dem Altern habe. Jede Frau und auch der eine Mann, bekam einen kleinen Handspiegel und in diesen sollten wir zwei Minuten (!!) hineinschauen und dabei in uns hineinlauschen. Auf die Frage der Referentin, wer mit dem, was er dort im Spiegel sah zufrieden ist, hat niemand positiv reagiert!
Der Raum war voller schöner Frauen, zumindest sah ich das so. Und keine davon findet sich schön?? Was ist los mit uns?
Beugen wir uns tatsächlich alle dem durch Werbung zelebrierten Schönheitsideal? Oder reagieren wir immer noch (unbewußt) auf die Einschärfungen, die wir in früher Kindheit von unseren Eltern gehört haben und denen wir uns entschlossen habe Folge zu leisten?

Sei Perfekt! ist solch eine Einschärfung. Wenn wir diesen Satz einmal auf Schönheit beziehen, dann leitet sich daraus möglicherweise der persönliche Glaubenssatz ab, ein perfektes, makelloses Äußeres zu haben bzw. herzustellen.
Streng dich an! könnte dazu führen, dass Mann/Frau sich schlank hungert, Sport bis zum Umfallen macht, jede Diät ausprobiert, nur um einem Idealbild zu entsprechen.

Es gibt noch ein paar mehr dieser Antreiber (beeil dich, sei stark, tu es mir zuliebe) und irgendwie haben wir diese Aufforderungen alle mehr oder weniger internalisiert und folgen ihnen. Diese vor lange Zeit getroffenen Entscheidungen offenbaren sich in dem, was wir über uns, andere und das Leben glauben wollen.
Das hat mit der tatsächlichen Realität nicht immer viel gemein.
Die “Erlösung” liegt darin, diese Glaubenssätze aufzulösen:
Ich bin perfekt so wie ich bin, mit all meinen Falten, Runzeln und grauen Haaren! Ich muß mich nicht optimieren.
Ich lebe ein gesundes Leben, treibe Sport und verzichte nicht auf Schokolade 😉

Also, sagt das mal zu euch, wenn ihr wieder in den Spiegel schaut und versucht es zu glauben 😉

 

Foto: Kris KrügRicky (CC BY-SA 2.0)

 

 

 

 

 

Mein Spielplatz

Erwachsen sein

It takes courage to be who you really are.
E.E. Cummings

Erwachsen werden ist ein Prozess, unabhängig vom Alter und nicht immer leicht. Erwachsen sein bedeutet, die Konsequenzen des eigenen Handelns zu überschauen und die Verantwortung dafür übernehmen. Das heißt auch, dass man sich seiner selbst gewahr ist, dass man seine Emotionen und deren Auslöser kennt und trotzdem in der Lage ist, rationale Entscheidungen zu treffen.
Klingt einfach, aber manchmal bestimmen erlernte Muster unser Handeln und wir reagieren dann nicht erwachsen. Unsere Reaktionen passen nicht zum Hier und Heute, sondern wir reagieren emotional auf etwas in der Vergangenheit liegendes. Das passiert unbewußt, es braucht nur eines bestimmten Auslösers, dem zu begegnen wir in frühester Kindheit erlernt haben.

Den Beziehungen zwischen Eltern und Kind kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Von unseren Eltern übernehmen wir mehr oder weniger automatisch Werte und Moralvorstellungen, passen uns daran an oder lehnen sie ab. Manchmal können unsere Reaktionen sehr einschränkend für uns selbst sein, beispielsweise wenn man trotzig etwas ablehnt, ohne zu prüfen ob das in der aktuellen Situation sinnvoll wäre, nur weil es die Mutter oder der Vater gesagt haben.

Ich wurde selbst vor vielen Jahren, im Rahmen meiner Ausbildung zur Transaktionsanalytikerin, über das Verhältnis zu meinem Vater supervisiert, da ich dieses damals als für mich sehr schwierig erlebt habe. Mir hat diese Analyse geholfen, mein Verhältnis zu meinem Vater und im weiteren auch zu meiner Mutter, zu klären und erwachsen zu reagieren.
In den letzten Wochen ist mir dieses Thema bei verschiedenen Diskussionen mehrmals über den Weg gelaufen und so möchte ich hier ein paar Ideen weiter geben, wie man sein Verhältnis zu seinen Eltern für sich klären kann.
Dies zu tun hat Bedeutung für unser Selbstwertgefühl, für den Umgang mit eigener und fremder Autorität, Partnerschaft und Erziehungseinstellungen.
Ich halte es für eine gute Idee, diesen Prozeß mit jedem Elternteil getrennt zu durchlaufen.

Was war gut an meinem Vater? (Aufzählung, ohne Wertung)
→ Habe ich davon etwas übernommen?

Was waren seine Lebensleitsätze?
→ Gibt es Widersprüche zwischen dem, was er gesagt hat und dem, was er getan hat?

Was hat ihn geprägt?
→ Was hat das mit mir gemacht?

Welche Lebensleitsätze habe ich übernommen?
→ Was ist daran gut, nicht so gut?)

Schreib eine Anklageschrift und lies sie laut:
→ Was hast du mir genommen?
→ Was schuldest du mir?
→ 
Als guter Vater hättest du..…
Am Ende, formuliere den Schaden der dir entstanden ist.

Stell dir vor, du triffst auf deinen Vater. Er ist nun ein alter Mann. Was würdest du ihm sagen, was ihn fragen?
Kann er den dir entstandenen Schaden wieder gut machen?
Kannst du Abschied von diesem Vater nehmen, der dir den Schaden zugefügt hat?

Kannst du dich auf deinen Vater im Hier und Heute neu einlassen?

Achtung: das ist kein Rezept, in manchen Fällen mag es durchaus besser sein, sich professionelle Hilfe zu suchen.

 

 

Faces

Auftragsklärung und Kundenzufriedenheit

Wenn ich Beratungen zur persönlichen Entwicklung annehme, habe ich zuvor eine detaillierte Auftragsklärung gemacht. Klärung im Sinne des Wortes: etwas klar stellen, sichtbar machen.
Ich kläre den Gegenstand der gemeinsamen Arbeit, das Ziel, Sinn und Nutzen und wie wir beide, der Kunde und ich, dieses Ziel erreichen wollen.
Der Vorteil eines solchen Vorgehens sind

  • die Teilung der Verantwortung als Voraussetzung für eine gleichwertige Beziehung
  • die Vermeidung unrealistischer Erwartungen
  • Bewusstheit über Wünsche, Ziele, Spielräume und Grenzen
  • die Vereinbarung eines konkreten Ziels

Erst dann kann ich, auf der Basis meiner Kompetenzen, den Auftrag annehmen oder ablehnen.Das klingt simpel und selbstverständlich, ist es aber nicht.
Im “normalen” Geschäftsalltag scheint die Auftragsklärung ein eher schwieriges Unterfangen zu sein. Oftmals liegt der Fokus auf den technischen Details eines Auftrags/Angebots und die Gestaltung der Kundenbeziehung wird als ein sich automatisch entwickelnder Prozeß angesehen. Da kann es schon passieren, dass man aneinander vorbei handelt und die gewünschten Ziele auf beiden Seiten nicht erreicht werden.
Sie, als auch ihr Kunde, wollen verfügbare Ressourcen und Möglichkeiten optimal nutzen bzw. weiterentwickeln um ihre jeweiligen Marktpositionen zu sichern und zu verbessern.

You need to create value for your customers in order to generate revenue.

Es ist also notwendig vorab zu klären, wie Sie, als Anbieter Kundenzufriedenheit definieren. Die Beantwortung dieser Fragen kann dabei hilfreich sein, letztlich haben diese Fragen aber auch damit zu tun, wie Sie Ihr Unternehmen sehen, wofür es steht (Mission & Vision):

  • Welche Vorteile hat die Zusammenarbeit mit ihrem Unternehmen?
  • Was ist notwendig, um diese Vorteile wirksam werden zu lassen, in ihrem Unternehmen, beim Kunden?
  • Wie definieren sie Erfolg für ihr Unternehmen, für ihre Kunden?

Wie erreicht man Kundenzufriedenheit?

Der Auftrag ist gut erledigt, wenn der Kunde akzeptiert was er bekommt.
Der Auftrag ist gut erledigt wenn der Kunde bekommt was er sich gewünscht hat.

Natürlich entwickeln und liefern Sie was der Kunde will.
Aber, was verkaufen sie ihrem Kunden? Was Sie glauben was er will/und möchte oder was er braucht?
Das ist ein feiner, aber sehr bedeutsamer Unterschied 😉

Im Bereich Webdienstleistungen und Softwareentwicklung erlebe ich oft, dass beinahe alles widerspruchslos realisiert wird, was der Kunde verlangt bzw. dass der Kunde akzeptieren muß, was ihm angeboten wird. Das ist einerseits verständlich, hat man doch Angst den Kunden zu enttäuschen und/oder zu verlieren. Meistens jedoch kommt eine wirkliche Auftragsklärung, die sowohl Beratung als auch Orientierung bietet, zu kurz.
Die Komplexität solcher Produkte und Services überfordert nicht immer nur den Kunden, sondern oft auch den Anbieter.
Fehlende Kenntnisse (beim Kunden, bei Verkäufern, Projektmanagern und Entwicklern), mangelnde Möglichkeiten der Weiterbildung und Zeitknappheit sind die Hauptgründe für das Scheitern solcher Projekte.

 

Wenn Sie nun die Wünsche ihrer Kunden kennen, dann ist es an der Zeit zu schauen, inwieweit sie über die zur Erfüllung dieser Wünsche notwendigen Ressourcen verfügen und wie es um ihr Leistungsvermögen steht. Dabei ist es wichtig auch die Entwicklungen des Marktes (Trends, Wettbewerber) zu beachten.
Nur dann ist es möglich, eine, ausgeglichene Kundenbeziehung und eine nachhaltige Wertschöpfungsstrategie zu entwickeln:

  • Wie sinnvoll ist das zu entwickelnde Produkt/Service für die Realisierung der Ziele des Kunden?
    • Was wird damit optimiert, neu entwickelt? Welche Konsequenzen hat der Einsatz des Produkts für den Kunden?
  • Welchen Wert mißt der Kunde dem Produkt/Service bei?
    • Welches sind seine Anforderungen an Qualität, Effizienz, Sicherheit und Zuverlässigkeit?
  • Wie ist das Preis-Leistungsverhältnis des Produkts/Services für den Kunden?
    • Was bekommt der Kunde für sein Geld, seine Zeit, seine Aufwendungen?
  • Welchen Einfluß hat Ihr Verhältnis zum Kunden auf dessen Zufriedenheit (während der Auftragsabwicklung und danach)?
    • Wie beziehen Sie die Kreativität des Kunden in den Entwicklungsprozess ein?
    • Wie gestalten Sie Support, after sales services, updates/upgrades?

Eine detaillierte Auftragsklärung und die Ermittlung der Wertvorstellungen des Kunden helfen bei der Evaluation Ihres Leistungsvermögens und bei der Gestaltung problemloser und langfristiger Kundenbeziehungen.
Als Anbieter sparen Sie somit Zeit und Geld, welches für die kontinuierliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und für die Entwicklung neuer Produkte/Services verwendet werden kann.

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Angst

Ich schreibe hier über eine persönliche Erfahrung mit Angst, einer Angst, die nicht mehr steuerbar und beeinflussbar war, für die es keine Worte mehr gab, die sich unendlich und tiefschwarz angefühlt hat.
Vor ein paar Wochen wurde bei meiner Tochter ein Hirntumor entdeckt, und ihr überleben konnte  nur durch einen operativen Eingriff gesichert werden. Diese Information traf mich mitten ins Herz, ich war für einige Zeit wie gelähmt.

Angst wird ausgelöst wenn man sich durch reale (oder phantasierte) Ereignisse bedroht fühlt. Angst ist also etwas was vor einem liegt, in der Zukunft geschehen kann.
Der gesunde Impuls ist es, diese Bedrohung abzuwenden. Man versucht sich zu schützen und diese Bedrohung zu vermeiden, sei es durch ausweichen, durch Angriff, oder durch “sich tot stellen”.
Menschen sind verschieden stark, die Toleranzschwellen für die Bewältigung von Konflikten oder dafür, was Angst und Furcht einflößt sind abhängig von der Persönlichkeitsstruktur. Ich selbst habe eine verhältnismäßig hohe Angsttoleranz, ich bin also eher der Überzeugung, dass ich drohendes Unheil rechtzeitig erkennen und abwenden kann.

Nachdem ich mich wieder etwas gerappelt hatte, begann ich mit zunehmender Intensität nach medizinischen Erklärungen zu suchen, versuchte zu verstehen, was eine solche Operation bedeutet, ihren Ablauf und die Heilungschancen. Das half mir dieser Bedrohung rationaler zu begegnen und meine Angst zu kontrollieren.  Ich lernte, dass solche Tumore relativ häufig vorkommen und die Aussichten auf Heilung relativ gut waren.  Damit habe ich mich also wieder etwas unter Kontrolle gebracht, d.h., meine ursprünglichen, automatischen Gedanken über Tumore, Hirnoperationen und deren Folgen einer Realitätsprüfung unterzogen (sofern das als Laie überhaupt möglich ist, gebündelt mit großem Vertrauen in die Kunst der Ärzte) und mein Erwachsenen-Ich mobilisiert.
So ausgestattet, konnte ich auch meiner Tochter begegnen und sie ins und im Krankenhaus begleiten. Je rationaler ich diesem Ereignis gegenüberstand, desto stärker fühlte ich mich und desto sicherer war ich, dass alles gut ausgehen würde.
Meine Tochter selber schien erstaunlich ruhig und gefaßt, selbst dann noch, als sie am Abend vor der OP, bereits im Krankenhaus, unterschreiben mußte, dass ihr die Risiken der Operation bis hin zum eigenen Tod, bewußt sind. Der anwesende Arzt bemühte sich sehr, den Vorgang als eine administrative Anforderung darzustellen, aber in mir hat das wieder diese Angst ausgelöst, derer ich kaum Herr werden konnte.  Natürlich versuchte ich, meine Angst nicht zu zeigen, aber ich habe mich selbst nur noch als einen funktionierenden Automaten wahrgenommen.
Am nächsten Morgen konnte ich meine Tochter in die Anästhesie begleiten. Ich fand ein völlig verängstigtes Mädchen vor, beinahe unfähig zu gehen und mit einem Ausdruck der Panik in ihren Augen der mich bis ins Mark traf. Die Anästhesisten brauchten relativ lange, um ihr Herzrasen unter Kontrolle zu bringen, sagten sie nach der OP.

Noch nie habe ich eine solche Angst selber erlebt oder an anderen gesehen. Angst, die mit dem Bewusstsein der Endlichkeit, der eigenen Sterblichkeit einhergeht ist eine existentielle Zumutung.  Sich dieser Begrenzung bewußt zu sein könnte man als einschränkend wahrnehmen, oder aber auch als Aufforderung sein Leben aktiv, selbstbestimmt und frei zu gestalten.

Ich habe mir niemals vorstellen können dass ich mich so hilflos und ausgeliefert fühlen kann, dass es etwas gibt, was so bedrohlich ist, dass ich es nicht abwenden kann. Natürlich weiß ich rational, dass es Dinge auf dieser Welt gibt, die ich nicht beeinflussen kann, aber die sind weit weg von mir und irgendwie glaube ich doch, dass mir schon ein Ausweg einfiele 😉

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Macht & Ohnmacht

Museu DaliBei den meisten Menschen ruft das Wort Macht negative Assoziationen hervor, haben wir doch alle mehr oder weniger erfreuliche Erfahrungen mit Macht, im privaten, beruflichen oder öffentlichen Umfeld gemacht. Ich will einen neutralen Blick wagen und die Erscheinungsformen von Macht sowie die Entstehung von Ohnmacht versuchen zu erklären.

Also, was ist Macht und was macht Macht?
Es gibt verschiedene Definitionen des Begriffs, ich möchte Macht definieren als die Fähigkeit, Einfluß auszuüben, auch gegen den Willen anderer. Macht kann also Dinge, Prozesse, Menschen beeinflussen und dabei mit deren Interessen konform sein oder auch gegen deren Interessen wirken. Je mehr man gegen die Interessen anderer vorgehen will, desto stärker müssen die Mittel zur Durchsetzung des Einflusses sein.
Macht hat verschiedene Erscheinungsformen:

  1. Legitimierte Macht, welche durch formelle Strukturen zugewiesen ist, beispielsweise gebunden an Positionen in einer Gesellschaft oder in Organisationen. Menschen in einer legitimierten Machtposition
    • haben die Möglichkeit per Zwang etwas durchzusetzen (richterliche Anordnung, Gesetz, Strafen, etc.)
    • verfügen über Resourcen mittels derer man über andere bestimmen kann (Rohstoffe, Geld, Verbündete, Wählerstimmen, Militär)
    • sind in einer Position in einer Organisationsstruktur und verfügen damit über die dieser Position innewohnenden gesetzlichen oder traditionellen Machtmittel
    • können physische oder psychische Belohnungen gewähren (Beeinflussung des Status einer Person, Gehaltserhöhung, Zuwendungen, etc.)
  2. Persönliche Macht basiert auf Erfahrungen, Wissen (Expertenmacht), Charisma, Beziehungen und kann nicht zugewiesen werden, sondern ist einer Person inherent. Sie beruht auf dem Talent andere dazu zu bringen sich zu engagieren, andere zu inspirieren, sich für etwas einzusetzen und äußert sich auch durch eine soziale Kompetenz, d.h. der Fähigkeit soziale Beziehungen mit Empathie, Respekt, Fürsorge zu gestalten.
    Personen mit dieser Macht haben eine hohe kommunikative Kompentenz, und sind in der Lage Vertrauen aufzubauen und zu erhalten, kurz gesagt, solche Personen verfügen über Charisma. Durch Expertenwissen können Sie mit Sachkompetenz, Informationen und Wissen andere beeinflussen.

Es ist wichtig zwischen Machtgefühl und Selbstsicherheit auf der einen Seite und Machtgebahren und Machtmissbrauch auf der anderen Seite zu unterscheiden. Das Letztere resultiert immer aus einer Abwehrposition von Ohnmacht und beinhaltet eine Abwertung anderer (Feinde, Schwächlinge, manipulierbar) oder das Gefühl von Abhängigkeit und Unterlegenheit.
Außerdem ist es wichtig zu erkennen, ob das Gefühl von Ohnmacht aus realen Begrenzungen oder aus eingeschränkten Denken, Fühlen und Verhalten resultiert.

Vertrauen in sich und die Welt gibt ein Gefühl von Macht und Selbstbewußtsein, aber auch, dass realistische Wahrnehmen und Respektieren der eigenen Grenzen.

Kein Mensch kann auf Dauer mit dem Gefühl existenzieller Ängste, mit dem Gefühl ohne Hilfe und Hoffnung zu sein, leben. Um diesem Gefühl zu begegnen, versuchen Menschen Kontrolle über sich und andere zu erringen und aufrecht zu erhalten. Im Ergebnis dieses Bemühens kommt es zu Machtkämpfen als Kompensation der ursprünglichen Hilflosigkeit. Durch das Verleugnen der eigenen Hilflosigkeit und der Unfähigkeit, Hilfe anzunehmen, mündet die Abwehr von Ohmachtsgefühlen in letzter Konsequenz in Gewalt gegen sich und andere.

Wie aber geht man nun am besten mit Macht um ohne in Ohnmacht zu fallen? Zunächst einmal ist es hilfreich, Macht anzuerkennen, s.o.: realistisches Wahrnehmen eigener Grenzen und Respekt gegenüber anderen. Das bedeutet nicht Unterwerfung und dass die Mächtigen über den Wert anderer Menschen bestimmen. Jeder Mensch gibt sich seinem Wert selbst, den hat er schon durch sein bloßes Dasein.

Mein Leitspruch im Umgang mit Macht:

Der wirksame Umgang mit Macht resultiert aus innerer Unabhängigkeit.

 

 

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Proposal for a new Joomla project structure

Over the last few weeks I was working with Allen Langford (@FxNxRl), Jeremy Wilken (@gnomeontherun), Javier Gomez (@JAVI_GOMEZ) and Peter Martin (@pe7er) on a proposal for a new structure for the Joomla Project.

There is a big need for a new leadership structure and for a greater active involvement of the worldwide community.

So we came together and wrote that proposal which we would like to understand as a starting point for an open discussion which finally ends in a common, wise decision about the further direction of the Joomla project.

Read it here, comment, get in contact with the people from the working group, the different leadership teams, discuss it in your local/regional communities!

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Drupal von außen

Leider kann ich nicht am Drupal Camp in Wien teilnehmen.

Aber hier, wie angekündigt, eine kurze Ausführung zum Thema Struktur und Dynamik in Gruppen anhand der Drupal community.

Die Struktur

Menschen bilden dann einen Gruppe, wenn sie sich nach außen abgrenzen und sich eine, wie auch immer geartete, Struktur geben.

Diese sehr einfache Gruppenbeschreibung beinhaltet zwei ganz wesentliche Elemente: Abgrenzung und Struktur.

Eine Gruppe kann entweder hermetisch geschlossen sein (es gibt keinen Weg heraus), sie kann geschlossen sein (es gibt kaum einen Weg hinein und kaum einen hinaus) oder sie ist offen (es ist einfach möglich dazu zugehören und auch einfach möglich, die Gruppe zu verlassen).

Wie durchlässig die Grenzen einer Gruppe sind, zeigt sich in der Art der Mitgliedschaft:

  • unter bestimmten Bedingungen, bei bestimmten Leistungen (Vorstand)
  • freiwillig (drupal.org)
  • fakultativ (auf Grund von Einladungen)
  • zufällig (Nationalität)
  • obligatorisch (Schulklasse)

Betrachtet man die Struktur einer Gruppe, wird es schon ein wenig komplizierter.

Es gibt eine öffentliche organisatorische Struktur, dargestellt in Organigrammen oder Organisationsplänen. Die organisatorische Struktur wird entweder als unzureichend, durchorganisiert oder völlig überorganisiert wahrgenommen.

Die individuelle Struktur zeigt sich beim Blick auf den Stellenplan und dessen Besetzung.

Diese Strukturelemente sind relativ einfach durchschaubar, aber der Knackpunkt in allen Gruppen ist ihre innere und die verborgene Struktur.

Die innere Struktur ist entweder einfach (Abb. 1), gemischt d.h. unterschiedliche Hierarchien sind klar voneinander abgegrenzt (Abb. 2) oder komplex, beispielsweise mit einer geteilten Führung und vielen verschiedenen Funktionsbereichen, die nicht wirklich klar voneinander abgegrenzt sind (auch wenn es im Organigramm so erscheint, als ob sie klar voneinander abgegrenzt sind) (Abb. 3).

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Abb.1: einfache Struktur

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Abb.2: gemischte Struktur

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Abb.3: komplexe Struktur

Strukturelle Probleme in Gruppen ergeben sich immer dann, wenn eben diese klare Abgrenzung von Befugnissen nicht vorhanden ist oder praktiziert wird. Wenn darüber hinaus Verantwortlichkeiten noch an Fachgruppen, Kommissionen oder Ausschüsse delegiert werden, kann man sicher sein, dass es zu Konflikten und Machtkämpfen kommt und ganz sicher nicht zu produktiver Arbeit.

Die verborgene Struktur ergibt sich aus der Summe der Vorstellungen, Wünsche, Erfahrungen und Empfindungen der Mitglieder der Gruppe. Die verborgene Struktur entscheidet über den Erfolg der Gruppe.

Die innere Struktur der Drupal community stellt sich mir so dar – Abb.4 (Die Struktur des Management Boards der Drupal Association habe ich nicht dargestellt. Die Anzahl der Sterne als Symbol für die Mitglieder spiegelt nicht die tatsächlichen Anzahl der Mitglieder wieder.)

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Abb. 4: innere Struktur

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Abb.5: Verborgene Struktur

Die Dynamik einer Gruppe ergibt sich aus dem äußeren Druck auf die Gruppe (bedrohlich/spannungsgeladen oder entspannt/ohne Bedrohung), und aus der Balance zwischen den individuellen Neigungen und Interessen der Gruppenmitglieder und den Kohäsionskräften, den Kräften, die die Gruppe zusammenhalten: (Abb. 6)

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Abb. 6: Dynamik

Die Balance zwischen den Kohäsionskräften und den individuellen Neigungen entscheidet nicht nur darüber, wie sich die Gruppe entwickeln wird, sondern auch darüber, ob sie weiterhin besteht.

Obige Skizze der verborgenen Struktur der Drupal Community spiegelt meine persönliche Sicht wieder. Wie es ausgehend davon, mit der Balance zwischen Kohäsionskräften und persönlichen Interessen steht, mag ich nur vermutend interpretieren. Interessant wäre es möglicherweise, wenn die Mitglieder der Community und die dort aufgeführten Akteure und  ihr Bild zeichnen. Dann könnte man Rückschlüsse über die tatsächliche Balance innerhalb der Community ziehen.

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