AufrÀumen

So ein Urlaub ist ja auch immer eine gute Gelegenheit, ĂŒber alles Mögliche nachzudenken, fĂŒr mich jedenfalls. So Überlegungen wie was man so hat und braucht, wie man was besser organisieren (optimieren) kann und womit man seine Zeit verbringen will und muß – laufen bei mir irgendwie im Hinterkopf ab.

ZurĂŒck zu Hause hab ich erstmal jede Menge Sachen aussortiert, die ich schon ein Jahr lang nicht mehr angezogen habe, die aber noch richtig gut und schön sind, und auf ebay gestellt. Vielleicht hat ein anderer damit Freude. Das war einfach.

Schwieriger war es, BĂŒcher auszusortieren. Irgendwie mag ich mich kaum von BĂŒchern trennen. Ich lese gern, hab viel aus BĂŒchern gelernt, liebe es mit einem Buch auf dem Sofa oder am Strand zu liegen und lesend in eine andere Welt einzutauchen. Das war eigentlich schon immer so. Ganz frĂŒher, zu DDR-Zeiten, war es oftmals ziemlich schwierig, an gute BĂŒcher zu kommen. Und heute ist es nicht weniger einfach, da die Auswahl unĂŒberschaubar groß ist und es eine Menge Trash auf dem Markt gibt.
Jedenfalls sind BĂŒcher eine Art Schatz fĂŒr mich. Aber heute nun, muß ich aussortieren, denn wir haben keinen Platz mehr im BĂŒcherregal. Das hat Stunden gedauert und ist mir sehr schwer gefallen. Aber wie bei jedem anderen Ding auch: manches hat seine Zeit, war zu einem bestimmten Moment gut und hilfreich. Ich hab mich bei jedem Buch ein wenig erinnert an die Zeit als ich gelesene habe, an meine Gedanken dabei und mich gefragt, ob ich es nochmal lesen wĂŒrde. Diejenigen, die ich nicht wieder zur Hand nehmen wĂŒrde, habe ich aussortiert.
Ein paar davon kann ich möglicherweise auf Amazon verkaufen, andere werde ich in die hiesige BĂŒcherei bringen.

 

Ordnung

Ordnung – mehr Stauraum hilft nicht wirklich!

Ordnung muß sein!
Dieser Ausspruch ist eine Zuschreibung fĂŒr das typisch Deutsche.
Damit sind aber auch negative GefĂŒhle verbunden, insbesondere wenn man an die deutsche Geschichte und die derzeitigen rechtsnationalen Bewegungen in Deutschland denkt.  Ich will aber nicht darĂŒber schreiben, sondern ĂŒber den Einfluß von Ordnung auf das eigene Leben.

Der Begriff und das VerstÀndnis von Ordnung hat mich mein gesamtes Leben begleitet. Als Kind hörte ich von meinen Eltern oft diesen Spruch:

Ordnung, Ordnung liebe sie, sie erspart dir Zeit und MĂŒh

Wenn mein Zimmer nicht aufgerĂ€umt, also unordentlich war, dann durfte ich nicht mit Freunden spielen, Fernsehen gucken oder tun, was immer mir Spaß machte. Ich mußte zuerst Ordnung herstellen. Einmal war ich sogar gezwungen, obigen Spruch 100 Mal aufzuschreiben!
Die Ordnung hier war die von meinen Eltern definierte, ich hatte als Kind vermutlich nur sehr vage Vorstellungen von Ordnung. Und obwohl ich zu dieser Zeit nicht viel besaß, hielt ich wohl nicht immer die vorgegebene Ordnung ein.
NatĂŒrlich hat mich das ziemlich genervt, wenn ich den strikten Anweisungen meiner Eltern nachkommen mußte, aber dieser “Drill” hat auch dazu gefĂŒhrt, dass ich die Vorteile von Ordnung erkannte.
Ich lernte so einfache und grundlegende Dinge wie:

  • Jedes Ding hat seinen Platz
  • Leg etwas dahin zurĂŒck, wo du es hergenommen hast
  • Halte deine Sachen in Ordnung, hege und pflege sie
  • Besitze nur, was du wirklich brauchst

Ordnung erfordert, etwas sortieren, aufrĂ€umen, eine Struktur herstellen. Ordnung bedeutet, eine Balance zwischen Chaos und Struktur fĂŒr sein Leben, seine Gedanken, Beziehungen und Dinge, die man besitzt, herzustellen.
Das klingt vielleicht einfach, ist aber oft ziemlich schwierig im Zusammenleben mit anderen, denn jeder hat so seine eigenen Vorstellungen von Ordnung. Diese können völlig kontrĂ€r zu den eigenen Auffassungen liegen und es bedarf schon einer großen Portion guten Willens und Respekts fĂŒreinander und sich selbst, um eine gemeinsame Vorstellung von Ordnung zu entwickeln.

FĂŒr die meisten Menschen ist es vermutlich einfacher, bei den einfachen Dingen des tĂ€glichen Lebens mit dem großen AufrĂ€umen zu beginnen.
Gehen Sie mal von Zimmer zu Zimmer und schauen Sie, was da so alles rumsteht und -liegt. Wann haben Sie das alles zum letzten Mal bewußt wahrgenommen und benutzt? Brauchen Sie wirklich all die SchĂŒsseln, Tassen, Töpfe, Kissen, Kerzen, Kosmetika, etc. oder wĂ€re auch die HĂ€lfte von allem ausreichend?

Haben Sie zuviel von allem? Vermutlich ja.
Es mag an Ihrem Konsumverhalten liegen, oder auch daran, dass die Dinge nicht an ihrem Platz sind (s.o.).
Manches haben Sie möglicherweise nur, weil es ein Geschenk war und Sie den Schenkenden nicht verletzen wollen. WĂ€re es aber nicht ehrlicher, zu sagen, was man ĂŒber das Geschenk denkt? Damit könnten Sie vermeiden, kĂŒnftig mit weiteren unnĂŒtzen Dingen beschenkt zu werden.
Möglicherweise klĂ€rt das auch gleich ihre Beziehung 😉

Wenn Sie schon dabei sind, ihren Besitz in Augenschein zu nehmen, vergessen Sie nicht, mal in ihre VorratsschrĂ€nke zu gucken. Ich habe schon sehr oft, mit Dosen, TĂŒten und Konserven vollgestopfte SchrĂ€nke gesehen, von denen die Besitzer ĂŒberhaupt nicht mehr wußten, was da alles drin steht, geschweige denn, ob es noch verzehrbar war.

Das gleiche trifft wahrscheinlich zu, wenn Sie mal Ihre Werkzeugkiste öffnen. Sie brauchen nicht wirklich fĂŒnf SchraubenschlĂŒssel der gleichen GrĂ¶ĂŸe 😉
Auch Badezimmer widerspiegeln of sehr eindrucksvoll das VerhĂ€ltnis des Besitzers zu Ordnung, Die Auswahl an Shampoos, Duschgels und ParfĂŒms muß den Vergleich mit einer Drogerie nicht scheuen.
Auf den Putzmittelschrank geh ich gar nicht weiter ein, Sie wissen schon, was ich meine.

Jetzt wird’s ein wenig schwieriger: öffnen Sie mal ihre KleiderschrĂ€nke. Ja, ich weiß, die Modeindustrie verfĂŒhrt uns alle auf die nette, unsere Garderobe jede Saison zu erneuern. Das Budget ist meist limitiert und nicht wenige Menschen kaufen daher billig, und viel. Und was machen sie mit all den Sachen aus der letzten Saison? Die werden im Schrank nach hinten geschoben oder weggeworfen oder gespendet.
Das ist doch ziemlich fragwĂŒrdig und unethisch, oder?
Versuchen Sie es mal mit zwei einfachen Regeln:

  1. Wenn Sie etwas Neues kaufen wollen, ĂŒberlegen Sie zweimal, ob Sie das wirklich brauchen. Wenn ja, dann muß es ein anderes StĂŒck aus Ihrem Kleiderschrank ersetzen.
  2. Schauen einmal im Jahr ihren Kleiderschrank durch: das, was Sie im letzten Jahr nicht angezogen haben, brauchen Sie nicht.

NatĂŒrlich sollte alles gut und logisch sortiert sein: Socken zu Socken, Hosen zu Hosen, T-Shirts zu Shirts, am Besten noch Saison.
Übrigens, mehr Stauraum hilft nicht wirklich, um Ordnung zu halten. Es hilft dabei, Dinge außer Sichtweite zu bringen.

Ordnung halten vermeidet, dass man sich nicht von Dingen, konfusen Gedanken und ungelösten Problemen beherrschen lĂ€ĂŸt. Ordnung hilft Kontrolle ĂŒber sein Leben zu behalten.
Ein Leben aufrĂ€umen beginnt oft mit der Vergangenheit. Alte ErinnerungsstĂŒcke, Fotos, Briefe durchzugucken und auszusortieren, hilft Klarheit ĂŒber seine Vergangenheit zu gewinnen und erinnert auch an die Beziehungen, die noch nicht gut sortiert sind.
Dies ist zweifellos die schwierigste Phase, um Ordnung in Ihr Leben zu bringen.

Ordnung zeigt sich nicht nur in Äußerlichkeiten, also wie aufgerĂ€umt unsere Wohnung ist, sie wird sichtbar in der Art wie wir arbeiten, Beziehungen gestalten, unser tĂ€gliches Leben meistern. Das Genie beherrscht das Chaos nicht, es kann sich nur gut darin verstecken.

Ordnung

Ordnung – more storage space does not really help

Ordnung muss sein!
This expression perfectly describes a cliché about Germans.
O.k., it’s a clichĂ©, not all Germans fit this, not even in their personal lives. It has a bad connotation too when thinking of German history and current right-wing politics. I don’t want to go into this area but share my thoughts about Ordnung (= order) in personal life.

The issue of Ordnung has accompanied me all my life.
As a child, my parents often quoted the saying

Ordnung, Ordnung liebe sie, sie erspart dir Zeit und MĂŒh

(about “order, order love her, she saves you time and effort”). If nothing was in order in my room, then I was not allowed to play with friends, watch TV or do something I enjoy. I had to set up order first (and once I had to write the above phrase 100 times!). Of course, it was the order my parents had defined, not mine. I think, I had only very vague notions of order and, despite of the few things I owned at the time, I had not always kept order.
Of course, it often got on my nerves when I had to meet my parents’ very strict requirements, but the drill also led me to appreciate the advantages of order.
I have learned very simple principles like: Continue reading “Ordnung – more storage space does not really help”