Wunschzettel

Weihnachten

Dieses Wort treibt vielen den Schweiß auf die Stirn, sei es nun, weil man so viele Geschenke besorgen muß oder will, oder gar, weil man die Verpflichtung verspürt, die Weihnachtstage mit der Familie verbringen zu müssen.
Das mit den Geschenken ist ja so eine Sache, die meisten schenken, weil man das eben so macht oder um andere zu beeindrucken und selten geht es dabei um den Beschenkten.
Und mit der Familie ist es auch nicht immer einfach.
Für viele bedeutet Weihnachten Stress.

Irgendwie scheint mir, haben wir vergessen, egal ob religiös oder nicht, wie Weihnachten sein kann.

Als ich noch klein und ziemlich unschuldig war, fand ich die Weihnachtszeit unglaublich aufregend. Wir, meine Eltern und Geschwister, haben zusammen Unmengen von Keksen und Stollen gebacken, auch für Verwandte, Freunde und Nachbarn. Schon vor Beginn der Adventszeit haben meine Eltern einen Adventskalender aus Streichholzschachteln gebastelt. Die Schachteln wurden übers Jahr gesammelt (für drei Kinder!), mit Buntpapier umwickelt und mit Aufklebern verziert um alle auf ein langes Band geklebt und aufgehängt. Ab dem ersten Dezember durften wir dann jeden Tag eine Schachtel abschneiden. Da war nicht viel drin wie man sich denken kann, manchmal gar nur Zettel mit Ermahnungen, dies oder jenes zu tun.

Wir Kinder haben die Geschenke für unsere Eltern und Verwandten selber gebastelt, manche dieser Geschenke hatten ein langes Leben, andere wiederum sind auf wundersame Weise schnell verschwunden 😉
Am Weihnachtsmorgen haben wir alle zusammen den Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt. Danach durften wir nicht mehr ins Wohnzimmer. Es war der einzige Anlass, wo dieses Zimmer abgeschlossen wurde.
Und als wir dann endlich hinein durften, mußten erst Gedichte aufgesagt und Lieder gesungen werden, bevor wir endlich unsere Geschenke bekamen.
Ach ja, die Geschenke. Unsere Eltern haben uns bereits im Herbst nach unseren Wunschzetteln gefragt. Mein obiger Wunschzettel war ein wenig überdimensioniert und hat es bis in unsere Familienchronik (ein großes, blaues Buch mit Geschichten unserer Familie) geschafft. Man sieht, ich hatte keine Vorstellung über die Dimensionen meiner Wünsche, sprich welche finanziellen Herausforderungen damit für meine Eltern verbunden waren. Unnötig zu erwähnen, dass mir von diesen Wünschen “nur” die kleineren Dinge erfüllt wurden.

Und heute? Heute ist Weihnachten eine Zeit, wo sich viele Mitglieder unserer weit verstreuten Familie an einem Ort treffen, gemeinsam kochen, erzählen, ins Konzert, Theater und spazieren gehen. Gemeinsam bereiten wir diese Tage vor und um nicht dem Konsumrausch zu verfallen, haben wir die Geschenke auf einen für jederman erschwinglichen Wert limitiert und per Secret Santa ausgelost. So muß jeder nur ein Geschenk besorgen. Was wir uns aber alle schenken ist unsere Zeit.
So wird es nett, gemütlich und interessant.
Ich freue mich auf die Familienzeit und wünsche meinen Lesern auch eine stressfreie und schöne Weihnachtszeit!

P.S.: Falls noch jemand auf der Suche nach einem Geschenk ist, einige meiner Bilder sind noch erhältlich und könnten auch noch rechtzeitig zu Weihnachten beim Empfänger sein 😉 Bei Interesse, einfach melden.

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